Colitis ulcerosa schränkt den Alltag der Betroffenen stark ein

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, an der vor allem jüngere Menschen zwischen dem zwanzigsten und vierzigsten Lebensjahr erkranken. Die entzündliche Erkrankung beginnt im Mastdarm (letzter Abschnitt des Darms vorm After) und kann sich von dort bis zum Dickdarm und in seltenen Fällen auch zum letzten Abschnitt des Dünndarms ausbreiten. Je länger eine Colitis ulcerosa besteht, desto größer wird das Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Deshalb ist nach zehnjähriger Erkrankung jedes Jahr eine Darmspiegelung angezeigt.

Symptome der Colitis ulcerosa

Typische Symptome der Colitis ulcerosa sind bis zu zwanzig Durchfälle pro Tag. Dabei werden Durchfälle, die mit schleimigem und blutigem Stuhl einhergehen, von Bauchkrämpfen und Schmerzen begleitet. Colitis ulcerosa verläuft in Schüben, so wechseln sich weitgehend beschwerdefreie Zeiten mit schweren Phasen ab. Heftige Schübe werden häufig durch körperliche oder seelische Belastungen ausgelöst und sind meist von Fieber begleitet. Weitere Symptome, die bei einer Colitis ulcerosa auftreten können, sind Hautveränderungen, Augenentzündungen, Gelenkentzündungen und entzündliche Lebererkrankungen. Diese Beschwerden treten jedoch seltener auf als bei Morbus Cohn.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der Colitis ulcerosa wird durch eine Darmspiegelung gesichert. Weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchung oder Ultraschall sind ergänzende Maßnahmen, um die Colitis ulcerosa von anderen Erkrankungen abzugrenzen.

Medikamente, die bei der Colitis ulcersa verabreicht werden, gehören zu der Wirkstoffgruppe der Aminosalicylate. Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind Mesalazin, Olsalazin und Sulfasalazin. Wie die einzelnen Substanzen wirken, ist bisher noch nicht hinreichend geklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie die Bildung von Stoffen unterdrücken, welche die Entzündung im Darm aufrechterhalten. Leider sind diese Medikamente bei starken Colitis ulcerosa-Schüben oft wirkungslos. Dann kommen Kortisonpräparate oder so genannte Immunsuppressiva zum Einsatz, welche die aus dem Gleichgewicht geratenen körpereigenen Abwehrmechanismen unterdrücken. Treten die Schübe sehr häufig auf und bleiben andere Behandlungsansätze ohne Erfolg, kann eine Operation notwendig sein. Bei der Operation wird der komplette Enddarm entfernt. Aus einer Dünndarmschlinge formt der Chirurg einen neuen Darmausgang, so dass die Darmleerung nur wenig beeinträchtigt wird. Mit einer Operation kann die Colitis ulcerosa geheilt werden, aber der Eingriff ist gefährlich und wird nur in schweren Fällen durchgeführt.