Misteltherapie – Heilung mit Lektin?

Mistelbusch wächst am BaumDie Misteltherapie ist eng mit der Anthrosophie (spirituelle Weltanschauung) verknüpft und nimmt dort einen hohen Stellenwert ein. Bei der Misteltherapie kommen Präparate aus der weißbeerigen Mistel zum Einsatz. Die Mistel soll die Abwehrkräfte stärken, Tumorzellen unschädlich machen und die Entstehung von neuen Metastasen verhindern.

Präparate, die zur Anwendung kommen

Bei der Misteltherapie steht eine große Anzahl von Präparaten zur Auswahl, die sich hinsichtlich der Inhaltsstoffe und der therapeutischen Anwendung unterscheiden. Dies liegt zum einen an der Herstellung der Mistelpräparate und zum anderen am Standort und Art des Mistelbaums.
Ein wichtiger Inhaltsstoff bei der Mistelherapie ist das in der Mistel enthaltene Mistellektin. Das Mistellektin hat im Tierversuch gezeigt, dass es eine zerstörende Wirkung auf Zellen verschiedener Tumorarten hat.

Mistellektin: Der natürliche Wirkstoff aus der Mistel

Die Wirkung des Mistellektins kommt bei der üblichen Anwendung der Misteltherapie durch Injektion unter die Haut jedoch nicht zum Tragen. Der Wirkstoff wird durch die im Körper enthaltenen Eiweiße gebunden und kann nicht mehr an den Tumorzellen wirken. In Studien wurde teilweise nachgewiesen, dass sich der Wirkstoff positiv auf die Bildung der Abwehrzellen auswirkt. Dadurch können Nebenwirkungen der Chemotherapie wie Abgeschlagenheit oder Übelkeit verbessert werden. Die stimulierende Wirkung auf Zellen lässt allerdings auch vermuten, dass ein beschleunigtes Wachstum bei Tumoren, die das Immunsystem betreffen, ausgelöst wird. Deshalb wird bei Leukämie oder Lymphomen von der Misteltherapie dringend abgeraten.
Ob eine Misteltherapie Rezidive oder Metastasen verhindern kann oder zu einer längeren Lebenszeit führt, ist dagegen bisher nicht ausreichend bewiesen.

Misteltherapie nur in Absprache mit dem Arzt

Wer sich für eine Misteltherapie entscheidet, sollte einen Arzt aufsuchen, der sich auf diesem Gebiet auskennt. Außerdem sollte die Misteltherapie niemals als Ersatz zu konventionellen Behandlungsmethoden eingesetzt werden, sondern kann allenfalls zusätzlich zum Einsatz kommen. Bei Patienten mit einer Tumorerkrankung werden die Kosten für die Misteltherapie von der Krankenkasse übernommen.

 

 

 

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