Gentherapie hat sich noch nicht bewährt

Darmkrebs entsteht, wenn sich Zellen im Darm unaufhaltsam vermehren. Diese entarteten Zellen weisen Veränderungen im Erbgut auf, so dass die Information und Möglichkeit für ein normales Zellwachstum verloren gegangen ist. Eine noch zu erforschende Therapieform gegen Darmkrebs, die Gentherapie, versucht den Fehler im Erbgut von den abnormen Zellen zu beheben.

Sinn und Zweck der Gentherapie auf dem Prüfstand

Die Gentherapie steckt noch in den Anfängen und es werden weitere wissenschaftliche Arbeiten notwendig sein, um in Zukunft eine neue Behandlungsmöglichkeit für Dickdarmkrebs zu erhalten. Bei der Gentherapie soll die Erbinformationen aus „normalen“ Zellen in die veränderten „kranken“ Zellen eingebracht werden. Träger der Erbinformation sind die so genannten Gene. So werden bei der Gentherapie die veränderten „kranken“ Gene durch „normale“ Gene ausgetauscht. Auf diese Art und Weise sollen die veränderten Zellen wieder in den ursprünglichen, normalen Zustand zurückkehren und das Krebswachstum gestoppt werden.

Gentherapie schon jetzt theoretisch möglich

Obwohl Wissenschaftler durch Experimente nachweisen konnten, dass die Gentherapie theoretisch möglich ist, so steckt die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen. Daher kommt die Gentherapie bei Darmkrebserkrankungen noch nicht zur Anwendung. Sie wird allenfalls im Rahmen einer klinischen Studie erprobt, um die Gentherapie eines Tages erfolgreich bei Darmkrebspatienten einzusetzen.

Weitere neue Behandlungsverfahren

Neben der Gentherapie und Immuntherapie bei Darmkrebs gibt es noch zwei weitere Verfahren, an denen geforscht wird. Zum einen die Stammzelltransplantation, bei der Stammzellen eingesetzt werden, um die entstandenen Zellschäden bei der Chemotherapie mit hoher Strahlendosis zu beheben. Zum anderen die Therapie mit Überwärmung, auch Hyperthermie genannt. Bei der Hyperthermie wird die Körperregion, in der sich der Tumor befindet, auf bis zu 44 Grad Celsius erwärmt. Tumorzellen sind temperaturempfindlicher als normale Körperzellen und werden bei Temperaturen über 40 Grad Celsius unschädlich gemacht.

Doch egal, ob es sich um die Gentherapie, Stammzelltransplantation oder Hyperthermie handelt, alle Behandlungsmöglichkeiten kommen bisher bei Darmkrebs noch nicht zum Einsatz, da die Wirksamkeit erst noch hinreichend belegt werden muss.