Leben mit einem künstlichen Darmausgang nach Operation

Ein künstlicher Darmausgang kann im Zuge einer Darmkrebsoperation notwendig werden. Dabei wird zwischen unterschiedlichen Darmausgängen unterschieden, dem Colostoma und dem Ileostoma. Da ein künstlicher Darmausgang eine starke Lebenseinschränkung bedeutet, wird er nur gelegt, wenn dadurch eine Heilung des Darmkrebses ermöglicht werden kann.

Unterschied Colostoma und Ileostoma

Ein künstlicher Darmausgang, auch Stoma genannt, kann im Zuge einer Darmkrebsoperation notwendig werden. Wenn ein Tumor im Dickdarm (Colon) durch eine Operation entfernt wird, ist es möglich, dass das Verschlussorgan nicht mehr erhalten werden kann und der Darmausgang vorverlegt werden muss. Dies ist häufig bei Darmkrebs der Fall, der den unteren Teil des Enddarms befällt. Diese Art des künstlichen Darmausgangs heißt Colostoma oder auch Anus praeter. Beim Colostoma wird ein gesunder Abschnitt des Darms nach außen geleitet und mit der Bauchhaut vernäht. Diese künstlich geschaffene Öffnung enthält weder Nerven, die Schmerzen empfinden können, noch willkürlich steuerbare Muskeln.
Ein Ileostoma ist eine weitere Möglichkeit eines künstlichen Darmausgangs. Dieser wird dann nötig, wenn entweder der Dickdarm nicht mehr vorhanden ist bzw. vollständig entfernt wurde oder für einige Zeit geschont werden soll.

Künstlicher Darmausgang nur noch in 20 Prozent der Darmkrebsfälle

Mit der Anlage eines künstlichen Darmausgangs wird die Lebensqualität der Betroffenen stark eingeschränkt und ist somit nur vertretbar, wenn dadurch eine Heilung des Darmkrebses möglich gemacht werden kann. Durch verbesserte Operationstechniken ist heutzutage ein künstlicher Darmausgang nur noch bei 20 Prozent aller Patienten, die an Mastdarmkrebs erkrankt sind, notwendig. Dagegen wurde noch in den 60er Jahren bei jedem zweiten Patienten ein Colostoma gelegt. Ein Stück Lebensqualität kann beim Tragen eines künstlichen Darmausgangs durch die so genannte Irrigation erreicht werden, bei der die komplette Darmentleerung herbeigeführt wird.

Versorgung des künstlichen Darmausgangs

Die Versorgung eines künstlichen Darmausgangs setzt voraus, dass dieser fachgerecht angelegt ist. Dabei richtet sich die Lage des Stomas auch nach individuellen Faktoren des Patienten, wie zum Beispiel Gewicht, bestehende Leistenbrüche oder Operationsnarben. Ein idealer künstlicher Darmausgang sollte genügend Abstand zum Nabel, zur Taille und zur Leiste haben. Hautfalten und Narben sollten sich ebenfalls nicht der Nähe des Stomas befinden, damit das Aufkleben eines Auffangbeutels ermöglicht wird.