Ein Zwölffingerdarmgeschwür kann unbehandelt zur Gefahr werden

Ein Zwölffingerdarmgeschwür ist ein gutartiges Geschwür im Dünndarm und tritt viermal häufiger auf als ein Magengeschwür. Wird es rechtzeitig entdeckt, ist es gut behandelbar. Unbehandelt drohen Komplikationen und mitunter sogar Lebensgefahr. Daher sind Symptome wie Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Nüchternschmerz nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Entstehungsort des Zwölffingerdarmgeschwürs: Der Dünndarm

Das Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) entsteht im so genannten Duodenum, dem Zwölffingerdarm. Das ist der erste Abschnitt des Dünndarms, der beim Menschen etwa 30 Zentimeter lang ist. Dies entspricht in etwa der Breite von 12 nebeneinander gelegten Fingern, daher leitet sich der Name Zwölffingerdarm ab. Die Wand des Zwölffingerdarms besteht aus vier Schichten, die sich aus Muskulatur, Bindegewebe, Drüsen und der Schleimhaut zusammensetzen. Die innerste Schicht ist die Schleimhaut, sie schützt das Organ vor der Magensäure und anderen aggressiven Stoffen. Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür werden die obersten Wandschichten von dem gutartigen Geschwür beschädigt. Wird das Geschwür nicht rechtzeitig entdeckt, kann es auch in tiefe Wandschichten des Zwölffingerdarms vordringen. Ist das der Fall, kann es zur lebensbedrohlichen Perforation des Zwölffingerdarms kommen. Dabei gelangt der Inhalt aus dem Zwölffingerdarm in die Bauchhöhle, woraus sich eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) entwickeln kann.

Risikofaktoren für ein Zwölffingerdarmgeschwür

Zwölffingerdarmgeschwüre treten viermal häufiger in Erscheinung als Magengeschwüre. Nach Schätzungen sind etwa 1,5 Prozent der deutschen Bevölkerung von einem Zwölffingerdarmgeschwür betroffen. Dabei erkranken Männer häufiger als Frauen. Die Erkrankung tritt überwiegend zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Faktoren, die ein Zwölffingerdarmgeschwür begünstigen können, sind die übermäßige Produktion von Magensaft, die Einnahme von bestimmten Medikamenten (vor allem Schmerztabletten), Nikotin, Stress und Fehler bei der Ernährung. Aber auch Infektionen mit einem bestimmten Bakterium, dem Helicobater pylori, stehen in Verdacht die Entstehung eines Zwölffingerdarmgeschwürs zu begünstigen.

Symptome eines Zwölffingerdarmgeschwürs

Die Symptome, mit denen sich ein Zwölffingerdarmgeschwür zeigen kann, sind nicht immer eindeutig. Ist die Schutzschicht des Zwölffingerdarms geschädigt, entstehen meistens Schmerzen im Oberbauch, die von Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen und Aufstoßen begleitet sein können. Aber auch Schmerzen um den Bauchnabel herum sind möglich. Liegt ein Zwölffingerdarmgeschwür vor, stellt sich oft ein Nüchternschmerz ein. So nehmen die Beschwerden beispielsweise während der Nacht zu, wenn der Magen eine längere Zeit keine Nahrung aufnimmt.

Behandlung eines Zwölffingerdarmgeschwürs

Zwölffingerdarmgeschwüre sind in der Regel gut behandelbar. Bei der Behandlung kommen magenschonende Medikamente, die Umstellung auf eine gesunde Lebensweise (weniger Stress, nicht Rauchen) und eine magenfreundliche Ernährung zum Einsatz. Zeigen diese Therapiemaßnahmen keine Erfolge oder treten Komplikationen auf, wird eine Operation erforderlich.