Chronisch entzündliche Darmerkrankungen können Darmkrebsrisiko erhöhen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen greifen immer massiv in das Leben der Erkrankten ein. Sie setzen die Lebensqualität stark herab, verlaufen oft in Schüben und sind langwierig. Mit zunehmender Erkrankungsdauer nimmt auch das Risiko zu, an Darmkrebs zu erkranken.

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gehören zum Beispiel Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Beiden Erkrankungen verlaufen schwer und führen zu einer starken Lebensbeeinträchtigung. Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen dauern jahrelang an und verlaufen oft in Schüben. Welche Ursachen für die Erkrankungen verantwortlich sind, konnte noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Man geht davon aus, dass Viren, Bakterien und Nahrungsfaktoren sowie eine gestörte Immunabwehr eine Rolle bei der Entstehung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen spielen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen mit weiteren Folgen für den Darm

Bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Darüber hinaus wird das Darmkrebsrisiko vom Lebensalter, der Ausdehnung und von der Dauer der Erkrankung beeinflusst. Je länger der gesamte Darm entzündet ist und eine chronisch entzündliche Darmerkrankung besteht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken. In einer Studie wurde gezeigt, dass das Darmkrebsrisiko bei einer Pancolitis (Entzündung des gesamten Darms) um 2 Prozent nach 10 Jahren, 9 Prozent nach 20 Jahren und 18 Prozent nach 30 Jahren steigt.

Spezialfall primär sklerosierende Cholangitis

Eine primär sklerosierende Cholangitis ist eine seltene und besondere Form der Gallenwegsentzündung. Die Ursache dieser Entzündung ist bisher ungeklärt. Männer sind von dieser Form der Cholangitis doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die Erkrankung geht oft mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung einher. Tritt die Gallenwegsentzündung zusammen mit einer Colitis ulcerosa auf, besteht ein erhöhtes Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken. Beim Morbus Crohn ist ebenfalls von einem erhöhten Darmkrebsrisiko auszugehen. Dieses ist jedoch im Vergleich zur Colitis ulcerosa noch nicht ausreichend nachgewiesen und möglicherweise ist das Riskio auch geringer.

Besonders wichtig für Patienten: Darmkrebsvorsorge
Patienten, die an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden, sollten die routinemäßigen Kontrolluntersuchungen zur Darmkrebsvorsorge nutzen. Denn: das Risiko an Darmkrebs zu erkranken ist im Vergleich zur gesunden Bevölkerung um das Zweifache erhöht und nimmt über Jahrzehnte zu.