Helicobacter pylori – Auslöser für Darmkrebs?

Helicobacter pylori GroßaufnahmeHelicobacter pylori ist ein Bakterium, das den Magen besiedeln und dort leben kann. Nicht immer verursacht Helicobacter dort Beschwerden. Bei manchen Menschen löst es allerdings Magenschleimhaut-entzündungen aus und begünstigt das Wachstum von Magen-geschwüren. Vermutlich ist das Darmkrebsrisiko ebenfalls erhöht, wenn eine Infektion mit Helicobacter vorliegt.

Helicobacter löst Magenschleimhautentzündungen aus

Helicobacter pylori ist mittlerweile schon bei vielen Menschen ein geläufiger Begriff, da das Bakterium im menschlichen Magen sein Unwesen treibt und dort einige Magen-Darm-Erkrankungen verursacht. Seit rund 20 Jahren gilt Helicobacter als Auslöser für Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüre. Das Darmkrebsrisiko ist ebenfalls erhöht, wenn eine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt. Neuere Studien zeigen jedoch, dass eine Infektion mit Helicobacter pylori vermutlich allein nicht ausreicht, um die Erkrankungen hervorzurufen.

Infektion mit Bakterium führt nicht immer zu Symptomen

Helicobacter pylori ist ein spiralförmiges Bakterium, das in der menschlichen Magenschleimhaut lebt und dort eine Reihe von Symptomen auslösen kann. Jeder zweite der gesamten Erdbevölkerung trägt den Keim in sich, aber nicht bei jedem zeigen sich die für Helicobater pylori typischen Symptome, wie z.B. Sodbrennen, Magendruck, Blähungen oder Durchfall. Das heißt also, dass eine Infektion mit dem Erreger nicht zwangsläufig zu einer der oben erwähnten Krankheiten führen muss. Viele Menschen beherbergen Helicobacter pylori jahrzehntelang, ohne dass sie Beschwerden haben oder Krankheiten entwickeln.

Beschwerden entstehen durch Zusammenspiel von Proteinen

Doch warum verursacht Helicobater pylori nur bei einem Bruchteil der Infizierten Beschwerden? Wissenschaftler aus Japan fanden heraus, dass Helicobacter pylori nicht allein für die Entstehung eines Magengeschwürs zuständig ist. Verantwortlich werden zwei Proteine gemacht, die im Magen aufeinandertreffen und die Magenschleimhaut zerstören. Helicobacter produziert eines der beteiligten Proteine, was auch ein Zellgift (VacA) ist. Dieses Zellgift greift in den Stoffwechsel der Magenschleimhautzellen ein und sorgt indirekt dafür, dass zu viel Magensäure produziert wird und Magenbeschwerden auftreten. Das andere Protein (Ptprz) befindet sich an der Oberfläche der Magenschleimhaut. Treffen beide Proteine aufeinander und verbinden sich, so löst sich die Magenschleimhaut auf und die dahinterliegenden Magenzellen werden direkt von den Verdauungssäften angegriffen. Dass nicht jeder Mensch anfällig für das Helicobacter-Zellgift ist, sehen die japanischen Forscher in der Tatsache, dass nicht alle Menschen die gleiche Menge des Magenschleimhautproteins (Ptprz) produzieren.

Nachweis von Helicobacter durch Bluttest oder Magenspiegelung

Helicobacter pylori kann mit Hilfe eines Bluttests oder durch eine Gewebeuntersuchung bei einer Magenspiegelung nachgewiesen werden. Der Nachweis durch einen Atemtest erfolgt meist zur Nachsorge bereits behandelter Patienten. Wird Helicobacter pylori diagnostiziert, erfolgt die Gabe von Antibiotika, um das Bakterium zu beseitigen. Zusätzlich können Medikamente gegeben werden –so genannte Protonenpumpenhemmer-, welche die Magensäurebildung herabsetzen und den Magen schonen.

 

 

 

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