Wenn die Vererbung die Entstehung von Darmkrebs fördert

Baum mit kahlen Ästen im SonnenscheinDas eigene Risiko an Darmkrebs zu erkranken steigt, wenn nahe Familienangehörige bereits erkrankt sind. Es gibt auch bestimmte Krankheiten, die durch die Vererbung an nachfolgende Generationen weitergegeben werden und ebenfalls das Darmkrebsrisiko erhöhen. Dazu zählen die adenomatöse Polyposis und das Lynch-Syndrom.

Erbkrankheiten, die zu Darmkrebs führen können

Es sind verschiedene Erbkrankheiten bekannt, die das Risiko erhöhen an Darmkrebs zu erkranken. Dazu gehören die adenomatöse Polyposis (FAP) und das sogenannte Lynch-Syndrom, das auch als kolorektales Karzinom ohne Polyposis (HNPCC), also ohne Auftreten von Darmpolypen, bezeichnet wird. Bei der FAP kommt es zum Massenbefall mit zunächst gutartigen Darmpolypen, aus denen sich Darmkrebs bilden kann. Bei der HNPCC tritt der Tumor im Dickdarm, meist an zwei Stellen gleichzeitig auf. Auch außerhalb des Darms ist das Krebsrisiko erhöht.

Adenomatöse Polyposis

Patienten mit FAP erkranken mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent an Darmkrebs. Bereits in der Kindheit und Pubertät bilden sich zahlreiche Darmpolypen, die zu bösartigen Tumoren werden, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt werden. Oft wird FAP-Patienten bereits vor dem 20. Lebensjahr der komplette Dick- und Enddarm entfernt. Dies ist eine lebensrettende Maßnahme, da so kein Darmkrebs entstehen kann. Die Erkrankung ist recht selten, so dass nur etwa 1 Prozent aller Darmkrebserkrankungen auf FAP zurückzuführen ist.

Lynch-Syndrom

Patienten mit dem Lynch-Syndrom erkranken mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent an Darmkrebs. Bereits ab dem 25. Lebensjahr sollte deshalb die Darmkrebsvorsorge durchgeführt werden. Frauen sollten sich zusätzlich mit einem Ultraschall der Gebärmutter, der Eileiter und der Eierstöcke untersuchen lassen. Etwa 5 Prozent aller Darmkrebserkrankungen gehen auf das Lynch-Syndrom zurück. Betroffene können auch an anderen Krebsformen erkranken, wie beispielsweise Blasen- oder Eierstockkrebs.

Erbkrankheiten werden durch molekularbiologische Untersuchungen nachgewiesen

Sicheren Aufschluss über Erbkrankheiten erlangt man durch molekularbiologische Untersuchungen des Erbgutes. Solche Untersuchungen sind aber nur notwendig, wenn mindestens drei nahe Familienangehörige aus zwei Generationen unter einer dieser Erbkrankheiten leiden oder erkrankt waren.

 

 

 

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